Nach Schmähgesängen gegen 1899 Hoffenheim – Razzia gegen Ultras: Polizei durchsucht Kölner Stadion

Die Ordnungshüter ließen sich die Türe zu dem Clubraum öffnen, in dem die berühmt-berüchtigte Fan-Gruppe ihre Fahnen, Banner und Clubzeichen hortete. Auf Geheiß der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte die Polizei die riesige Gründungsfahne der FC-Hard-Core-Anhänger.

Wie ein Polizeisprecher FOCUS Online bestätigte, stand die Aktion im Zusammenhang mit Ermittlungen im Nachgang zur Heimpartie der Kölner Geißböcke gegen die TSG Hoffenheim. In der Südkurve hatte die „Wilde Horde“ den Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp auf großflächigen Plakaten  übel beleidigt. Der Milliardär hatte daraufhin bei der Kölner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen die unbekannten Übeltäter erstattet. Die Staatsanwaltschaft legte ein Aktenzeichen an wegen Beleidigung des Hoffenheim-Finanziers.

„Stimmung zwischen rivalisierenden Fan-Gruppen aufgeheizt“

Am heutigen Montagvormittag ließ die Kölner Justiz eine „Blockfahne als Tatmittel“ beschlagnahmen, teilte die Polizei auf Anfrage mit. Dabei handelt es sich ausgerechnet um das Gründungsbanner der Horde aus dem Jahr 1996. Mit dieser Fahne hatten die Ultras diejenigen verdeckt, die Spruchbänder und Plakate hochhielten, um Hoffenheim-Mäzen Hopp zu schmähen.

Pikanterweise hatten Staatsanwaltschaft und Polizei auf eine Pressemitteilung verzichtet. Nächsten Samstagnachmittag steht das Derby in Leverkusen an, für beide Mannschaften geht es um viel. Die Kölner schnuppern an der Europa League, der Bayer-Club will den Klassenerhalt sichern. „Die Stimmung unter den rivalisierenden Fan-Gruppen ist ohnehin schon aufgeheizt“, hieß es in Polizeikreisen, da habe man nicht noch zusätzlich durch eine Pressmitteilung über die beschlagnahmte Ultra-Fahne Öl ins Feuer gießen wollen.

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