Ermittlungen wegen WM-Vergabe 2006 – Bericht: Franz Beckenbauer aus gesundheitlichen Gründen nicht vernehmungsfähig

Seit dem 1. September 2016 ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen Beckenbauer und drei weitere ehemalige Funktionäre des DFB. Gegen die Übrigen, darunter Theo Zwanziger, soll anders als gegen Beckenbauer Anklage erhoben werden.

Beckenbauer soll Geld an Ex-Fifa-Vizepräsident überwiesen haben

Vor einer Woche hatte der 73-Jährige öffentlich von gesundheitliche Problemen gesprochen. Seit einem Augeninfarkt könne er auf dem rechten Auge „wenig bis nichts“ sehen, wie die „Frankfurter Allgemeine“ berichtete. Zuvor musste sich Beckenbauer schon zwei Herzoperationen unterziehen und ihm wurde eine künstliche Hüfte eingesetzt.

Beckenbauer soll als damaliger OK-Präsident im Vorfeld der Abstimmung zur WM-Vergabe 2006 zehn Millionen Franken nach Katar überwiesen haben, wo es letztlich in das Firmenimperium von Ex-Fifa-Vizepräsident Mohamed bin Hammam floss. Um die Summe aufzubringen, hatte Beckenbauer ein Darlehen beim früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus aufgenommen.

Verjährung droht

Der DFB überwies die Summe im Jahr 2005 zurück. Über ein Konto der Fifa in Zürich mit dem Zweck, dass es sich dabei um zusätzliche Kosten der Eröffnungsfeier handeln würde, ging es zurück an Louis-Dreyfus – diesmal allerdings ohne Verwendungszweck.

Seither wird geprüft, ob die Zahlungen korrekt abgelaufen sind. Allerdings tritt im kommenden April, 15 Jahre nach der Rückzahlung, die Verjährung ein, weshalb die Bundesanwaltschaft das Beckenbauer-Verfahren von den übrigen abtrennen will.

Bis zum 19. Juli müssen nun sämtliche Parteien zur geplanten Abtrennung der Verfahren Stellung beziehen. Um eine Verjährung zu vermeiden, müsste bis Ende April 2020 ein erstinstanzliches Urteil vorliegen.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*