„Dann wurde noch eine Frau mit Diesel übergossen“

Al-Haul ist ein trostloses, heruntergekommenes Kaff, von dem es so viele gibt in Nordsyrien. Die Straßen sind übersät mit Schlaglöchern und Müll, die Häuser unverputzt und farblos. Kein Mensch würde den Ort mitten in der ausgedörrten Landschaft im Grenzgebiet zum Irak kennen, läge dort nicht das gefährlichste Flüchtlingslager der gesamten Region.

Nur wenige Kilometer vor dem Dorf sind hier 72.000 Frauen mit ihren Kindern interniert, die meisten von ihnen fanatische Anhängerinnen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Auch 140 Deutsche leben in dem Lager. Bewacht wird das Lager von der kurdischen Polizei. Doch nur etwa 80 Kilometer entfernt schlagen seit Mittwoch Raketen ein – sie zielen ausgerechnet auf die Kräfte, die das Al-Haul-Camp bewachen und einst den IS mit besiegt haben. Die türkische Armee hat in Nordsyrien eine groß angelegte Offensive gegen das von Kurdenmilizen angeführte multiethnische Militärbündnis der Demokratischen Kräften Syriens (SDF) begonnen.

Zwei Wochen zuvor hat WELT AM SONNTAG das Camp besucht.

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