Coronavirus-Ausbruch im News-Ticker – Mehr als 4000 Neuinfektionen in Deutschland – Zahl der Todesfälle steigt auf 207

Corona-Krise in Deutschland: 156 Menschen sind bereits gestorben, 32.888 sind mit dem Coronavirus infiziert. Weltweit wurden bereits mehr als 300.000 Fälle registriert. Das öffentliche Leben kommt zunehmend zum Erliegen. Alle Informationen zum Coronavirus finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

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Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 37.179, 207 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

Baden-Württemberg: 7252 (56 Todesfälle)

Bayern: 7289 (41 Todesfälle)

Berlin: 1645 (4 Todesfälle)

Brandenburg: 505 (1 Todesfall)

Bremen: 202 (1 Todesfall)

Hamburg: 1450 (2 Todesfälle)

Hessen: 1909 (6 Todesfälle)

Mecklenburg-Vorpommern: 245 (kein Todesfall)

Niedersachsen: 2313 (8 Todesfälle)

Nordrhein-Westfalen: 9686 (66 Todesfälle), Landkreis Heinsberg besonders betroffen

Rheinland-Pfalz: 1637 (6 Todesfälle)

Saarland: 466 (3 Todesfälle)

Sachsen: 1128 (6 Todesfälle)

Sachsen-Anhalt: 420 (1 Todesfall)

Schleswig-Holstein: 609 (4 Todesfälle)

Thüringen: 423 (2 Todesfälle)

Gesamt: Stand 25.03., 20.15 Uhr: 37.179 (207 Todesfälle)

Stand vom Vortag: 24.03, 21.03 Uhr: 32.888 (156 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien)

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Lauterbach warnt vor Situation in den USA – mit drastischen Folgen für Deutschland

Mehr Meldungen im News-Ticker:

Krankenwagen mit Corona-Patienten in Spanien mit Steinen beworfen

20.38 Uhr: Mehrere Krankenwagen mit insgesamt 28 älteren Corona-Patienten sind in Spanien mit Steinen beworfen worden. Die Attacke habe sich bereits am Dienstag in La Línea de la Concepción im Süden des Landes ereignet, berichtete die spanische Polizei am Mittwoch. Dutzende Menschen hätten damit verhindern wollen, dass die infizierten und zum Teil an Covid-19 erkrankten Rentner, die aus einer anderen Gemeinde stammen, in ein Heim der andalusischen Stadt verlegt und dort unter Quarantäne gesetzt werden.

Die Protestler hätten auch versucht, die Krankenwagenkolonne mit einem auf der Straße quergestellten Fahrzeug und Barrikaden an der Weiterfahrt zu hindern. In der Nacht zum Mittwoch hätten dann rund 50 Menschen vor der Residenz erneut protestiert. Sie hätten Drohungen ausgestoßen und Müllcontainer in Brand gesetzt. Aus Nachbarhäusern seien zudem Sprengkörper auf das Wohnheim geworfen worden. Zwei Männer wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Die Rentner waren zuvor aus ihrem Wohnheim in der rund hundert Kilometer nördlich von La Línea gelegenen Gemeinde Alcalá del Valle evakuiert worden, weil es dort eine große Ausbreitung des Coronavirus gegeben hatte. Drei Heimbewohner starben, mindestens die Hälfte der Mitarbeiter der Residenz wurden positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet. La-Línea-Bürgermeister Juan Franco kritisierte am Mittwoch die gewalttätigen Proteste, sagte aber auch, die Verlegung der Senioren sei “nicht gut geplant” gewesen. Er selber sei nur im “letzten Augenblick” informiert worden.

WHO beginnt Tests in Idlib

19.22 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der syrischen Rebellenprovinz Idlib mit flächendeckenden Tests auf das neuartige Coronavirus begonnen. Bereits am Dienstag hätten die ersten 300 Tests die Provinz im Nordwesten Syriens erreicht, teilte das Regionalbüro der WHO am Mittwoch mit. Bislang seien alle Tests negativ ausgefallen.

In der von überwiegend islamistischen Rebellen kontrollierten Provinz leben rund vier Millionen Menschen. Viele sind aufgrund von Kämpfen und Bombardierungen auf der Flucht. Hilfsorganisationen warnten zuletzt immer wieder vor dramatischen Folgen, sollte sich der Erreger Sars-CoV-2 in Syrien und vor allem in den Flüchtlingslagern ausbreiten. Neben den Tests auf das Coronavirus würde auch Schutzkleidung in das Gebiet transportiert, teilte die UN-Organisation mit. Nach offiziellen Angaben sind bislang in Syrien vier Personen positiv auf das Virus getestet worden.

Die WHO warnt zudem davor, die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. “Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schließung gezwungen zu werden”, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

US-Präsident Donald Trump will die Beschränkungen möglichst schon Ostern, also in zweieinhalb Wochen, wieder aufheben. Die Folgen der Schutzmaßnahmen für die Wirtschaft würden verheerender als die Auswirkungen der Pandemie, sagte er am Dienstag dem Sender Fox News. “Diese Medizin ist schlimmer als das Problem.”

Der weitgehende Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft gebe Ländern ein Zeitfenster, sich besser auf die Bewältigung der Krise vorzubereiten, sagte Tedros. Er appellierte an alle Länder, die Zeit zu nutzen, um ihre Gesundheitskapazitäten auszubauen, mehr Tests zu produzieren, zusätzliche Einrichtungen für die Behandlung von Infizierten herzurichten und klare Regeln für die Quarantäne jener Menschen zu entwickeln, die sich vielleicht infiziert haben.

FDP-Politiker und Infektiologe zu Corona-Tests: “Wir brauchen endlich Daten in Echtzeit”

19.09 Uhr: Angesichts der verwirrenden Zahlen über Corona-Infektionen in Deutschland hat der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann eine deutliche Beschleunigung der Prozesse angemahnt. Ullmann ist selbst Universitätsprofessor für Infektiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. „Um endlich eine verlässliche Zahlenbasis für die Corona-Infektionen in Deutschland zu bekommen, müssen wir unbedingt im Öffentlichen Gesundheitsdienst das Meldeverfahren durchdigitalisieren“, sagte Ullmann FOCUS Online. Dann gebe es „endlich Daten in Echtzeit“, so Ullmann weiter. „Wenn man das gleich online stellen würde, hätten wir überhaupt keinen Zeitverlust mehr.“ So könne man „bestimmt zwei Tage gewinnen“ und die Entwicklungen auch „viel präziser“ bewerten. Ullmann zeigt sich irritiert über die Prozesse, wie sie zum Teil heute noch stattfinden: Es kann ja nicht sein, dass einige Gesundheitsämter ihre Daten immer noch per Fax übermitteln.“

Immerhin rückläufiger Trend: 683 Menschen sterben in Italien an Coronavirus

18.28 Uhr: Das Coronavirus hat Italien weiter schwer im Griff. Das Land verzeichnet 5210 neue Fälle am Mittwoch und liegt damit nun bei fast 75.000 Infizierten. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden starben in Italien 683 Menschen an dem Virus. Eine hohe Zahl, allerdings ist der Trend seit einigen Tagen immerhin rückläufig. Knapp 10.000 Menschen in Italien gelten mittlerweile als genesen.

Auch zweiter Coronavirus-Test von Merkel negativ

17.00 Uhr: Auch der zweite Test von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf das Covid-19-Virus ist negativ ausgefallen. Das teilte ein Sprecher der Bundesregierung am Mittwoch mit. Merkel hatte sich am Sonntagabend in Quarantäne begeben müssen, weil sie am Freitag von einem Arzt geimpft worden war, der sich im Anschluss als infiziert herausgestellt hatte. Zu Beginn der kommenden Woche werde die Bundeskanzlerin sich erneut testen lassen, sagte der Sprecher.

Behörde: Netzbetreiber dürfen Datenverkehr bei Überlastung steuern

16.52 Uhr: Die Betreiber der Telekommunikationsnetze dürfen im Fall einer Überlastung durch die Corona-Krise den Datenverkehr entsprechend steuern, um das Netz am Laufen zu halten. Das geht aus einem Leitfaden hervor, den die Bundesnetzagentur am Mittwoch veröffentlicht hat. „Die Netze sind derzeit stabil, und gravierende Beeinträchtigungen werden aktuell nicht erwartet. Die Anbieter sind auf eine Zunahme des Datenverkehrs gut vorbereitet“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Auch Telekom, Vodafone und Telefónica bestätigen bislang ein stabiles Funktionieren der Netze trotz höherer Belastung durch Homeoffice, Streaming & Co. „Wir müssen uns also keine Sorgen um die Netzstabilität machen. Wir haben die Entwicklung im Blick und könnten bei Bedarf auch schnell reagieren“, ergänzte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Netflix, YouTube und andere Online-Dienste hatten bereits freiwillig die Qualität ihrer Inhalte gedrosselt, um die Netze zu entlasten – was die Netzagentur begrüßte. Die Netzbetreiber dürften im Überlastungsfall dies jedoch auch gezielt steuern und etwa Videostreaming hinten anstellen, um Telefonate weiter zu ermöglichen.

Im Normalfall widerspricht eine solche Steuerung dem Grundsatz der Netzneutralität, demzufolge alle Daten gleich behandelt werden müssen. Sollte einer der Betreiber sich für eine Priorisierung von Daten entscheiden, müsse die Netzagentur informiert werden, hieß es.

Bund beschließt historisches Hilfspaket und Mega-Nachtragshaushalt

Topmeldung (16.43 Uhr): Der Bundestag hat ein beispielloses, milliardenschweres Hilfspaket in der Corona-Krise beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Der Bundestag beschloss zudem einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Hilfspakete. Der Bundesrat muss beidem am Freitag noch zustimmen.

Mit dem geplanten Nachtragshaushalt werden die Ausgaben um 122,5 Milliarden auf 484,5 Milliarden Euro aufgestockt. Zugleich rechnet die Regierung mit 33,5 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen als zunächst veranschlagt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plant daher nun mit einer nachträglichen Nettokreditaufnahme von 156 Milliarden Euro.

Dafür soll auch eine Notfallregelung bei der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse angewandt werden, Diese Regelung wurde am Mittwochnachmittag bei der einzigen namentlichen Abstimmung der Sitzung ebenfalls angenommen.

Der Bundesrat erhebt keine Einwände gegen den Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Corona-Hilfspakete – die Länderkammer hatte am Mittwochmorgen in einer Sondersitzung dafür gestimmt, eine entsprechende Stellungnahme zum Gesetzentwurf sofort dem Bundestag zuzuleiten. Die Sitzung dauerte nur wenige Minuten, es gab keine Wortmeldungen.

Bei dem Verfahren im Schnelldurchgang im Bundesrat fanden nicht wie sonst üblich Ausschussberatungen statt. Die Länderkammer stimmt dann in einer weiteren Sondersitzung am Freitag abschließend über den Gesetzesbeschluss zum Nachtragshaushalt ab. Am Freitag geht es dann auch um andere Gesetze der Corona-Hilfspakete, die zum Teil zustimmungspflichtig sind.

Sagt Bescheid, wenn Sie sich isolieren müssen: Rotes Kreuz startet App in Österreich

Topmeldung (16.31 Uhr): Das Österreichische Rote Kreuz hat für den Kampf gegen das Coronavirus eine App auf den Markt gebracht, mit der Nutzer ein Kontakt-Tagebuch pflegen können. Die App “Stopp Corona” soll so dabei helfen, die Infektionskette zu unterbrechen. Am Dienstag ging die Smartphone-Anwendung online.

Wie das Rote Kreuz mitteilte, können in der App persönliche Begegnungen als “digitaler Handshake” anonymisiert gespeichert werden. Treten bei einer Person dann Symptome einer Corona-Erkrankung auf und meldet sie sich in der App als krank, werden die Kontakte der vergangenen 48 Stunden automatisch benachrichtigt und gebeten, sich selbst zu isolieren.

Experten wie der bekannte Datenschutzaktivist Max Schrems halten den Nutzen der App derzeit für überschaubar. Als problematisch wird vor allem eingeschätzt, dass der “digitale Handshake” manuell in der App verzeichnet werden muss. Außerdem müssten sehr viele Menschen die Anwendung überhaupt installieren und dann aktiv nutzen.

Patientenbeauftragte: Coronavirus betrifft auch jüngere Menschen

16.05 Uhr: Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke, hat jüngere Menschen vor dem Trugschluss gewarnt, das Coronavirus sei keine Gefahr für sie. Es stelle nicht nur für ältere Menschen eine Gefahr dar, sondern eben auch für Jüngere, erklärte Schmidtke am Mittwoch in Berlin. Die Annahme, junge Menschen seien von dem Virus nicht betroffen, trage auch zu seiner Verbreitung bei.

Schmidtke verwies auf aktuelle Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus verschiedenen Ländern, wonach der Anteil jüngerer Menschen, die aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus im Krankenhaus behandelt werden müssen, signifikant steigt. Zwar sei das Risiko, daran zu sterben, für junge Menschen weiterhin ausgesprochen gering, erklärte Schmidtke. „Doch ist es auch nicht auszuschließen, etwa im Fall einer möglicherweise nicht diagnostizierten Vorerkrankung.“

Ein schwerer Verlauf einer Infektion, zum Beispiel in Form einer Lungenentzündung, könne zudem auch bei jüngeren Patienten eine lange Behandlung im Krankenhaus bis hin zu einer künstlichen Beatmung auf einer Intensivstation erforderlich machen. „Das ist keineswegs harmlos“, warnte die Patientenbeauftragte. Auch über mögliche Folgeschäden bei überstandenen Corona-Erkrankungen wisse man derzeit noch zu wenig. Jüngere Menschen müssten daher wie alle anderen auch vorsichtig sein und jeden unnötigen sozialen Kontakt vermeiden, appellierte Schmidtke.

Trotz Corona-Krise: Abiturprüfungen sollen wie geplant stattfinden

15.01 Uhr: Die Abiturprüfungen sollen ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage von Prüfungen nicht notwendig, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz der Minister. Die Schüler könnten in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben.

Zuvor war bereits nach außen gedrungen, dass Schleswig-Holstein seine Abschlussprüfungen an den Schulen wegen der Corona-Krise nun doch nicht absagen wolle. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen einer Schaltkonferenz der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Es seien bei der Besprechung „sehr deutliche Worte“ Richtung Schleswig-Holstein gefallen.

Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte am Dienstag angekündigt, wegen der Corona-Krise alle Schulabschlussprüfungen ausfallen lassen zu wollen. Fast alle Länder hätten das in dem Gespräch kritisiert. Es gebe die Tendenz, dass die Länder ihre Prüfungen abhalten wollten.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wollte sich am Nachmittag (15.30 Uhr) in Mainz zu den Ergebnissen des Gesprächs äußern.

In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften weiterhin statt. Andere Länder haben das Abi und andere Schulabschlussprüfungen verschoben. Lehrerverbände und Bundeselternrat kritisieren das unterschiedliche Vorgehen der Länder. Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, sagte, anstatt – wie zugesagt – eine gemeinschaftliche Vorgehensweise anzustreben, koche jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Das verunsichere Schüler, Eltern, Lehrkräfte und alle darüber hinaus im Bildungssystem tätigen Menschen.

Zuvor hatte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, mit scharfen Worten die Pläne Schleswig-Holsteins gerügt. Dem Nachrichtenmagazin FOCUS sagte Meidinger: „Es ist eigentlich unvorstellbar, dass bei solchen Dingen wie dem Abitur, wo jeder Alleingang eines Landes direkte Auswirkungen auf andere hat, so ein Chaos herrscht. Es kann nur eine Note für die Wahrnehmung der gemeinsamen Verantwortung für die Abiturienten und andere Abschlussschüler geben: Note 6!“

Meidinger kritisierte, dass ausgerechnet das CDU-regierte Schleswig-Holstein „den Startschuss gibt für die großzügige Verteilung von Abiturzeugnissen jenseits aller Qualitätsstandards und ohne Prüfung, spricht für sich. Im Grunde ist jetzt der Wettlauf zwischen den Ländern darüber eröffnet, in welchem Land man mit möglichst großzügigen Regelungen zu möglichst guten Schnitten ohne nachgewiesene Leistungen kommt.“ Meidinger warnte, es werde eine Situation eintreten, in der jegliche Vergleichbarkeit von Abiturnoten fehlen werde: „Ich bin stinksauer.“

Der Verbandspräsident hob im FOCUS Hessen als gutes Beispiel hervor, um Abiturprüfungen durchzuführen. „Das, was Hessen jetzt macht, wäre in jedem Bundesland möglich. Durchführung von Abiprüfungen bei Beachtung höchstes Infektionsschutzes auch wenn die Schulen noch geschlossen sind. Mindestabstand zwei Meter, Desinfektionsspender, einzelnes Betreten und Verlassen des Prüfungsraumes.“

21-jährige Britin ohne bekannte Vorerkrankungen stirbt am Coronavirus

14.53 Uhr: Eine 21 Jahre alte Britin ohne bekannte Vorerkrankungen ist am Coronavirus gestorben. Das gab die Mutter der jungen Frau auf Facebook bekannt. „An alle Leute da draußen, die denken, dass es nur ein Virus ist: Bitte denkt nochmal drüber nach“, schrieb die Frau in einem Post, der sich auf Facebook tausendfach verbreitete. „Ich spreche aus persönlicher Erfahrung. Dieser sogenannte Virus hat das Leben meiner 21 Jahre alten Tochter genommen.“ Weitere Verwandte bestätigten auf Facebook die Darstellung der Mutter.

Sollten die Behörden den Fall bestätigten, wäre sie die bislang jüngste Tote in Großbritannien ohne bekannte Vorerkrankung. In Großbritannien gibt es nach Angaben der John Hopkins University im US-amerikanischen Baltimore derzeit 8167 bekannte Corona-Fälle. 423 Briten sind demnach den dem Virus verstorben.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Montag Ausgangsbeschränkungen verkündet. Demnach sollen die Briten ihr Zuhause in den kommenden Wochen so wenig wie möglich verlassen. Sportliche Betätigung im Freien ist nur ein Mal am Tag und nur gemeinsam mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt.

Tschentscher kritisiert Söder für Alleingänge

14.25 Uhr: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher kritisiert das wiederholte Vorpreschen der Bayern in der Corona-Krise: „Es gibt diejenigen, die darauf achten, dass es koordiniert zugeht. Und es gibt eine bayerische Staatsregierung, in der der Kultusminister in der Kultusministerkonferenz Schulschließungen ablehnt, während sein Ministerpräsident zeitgleich mit Schulschließungen ,vorangeht‘. So etwas stiftet Verwirrung“, sagt der SPD-Politiker in den Hamburg-Seiten der „Zeit“.

Die Bereitschaft zur Koordination sei zwischen den Bundesländern unterschiedlich ausgeprägt. „Aber wir müssen erkennen, dass wir das Coronavirus nur gemeinsam aufhalten. Die Viren machen nicht Halt an Landesgrenzen“, so Tschentscher. „Letztlich ist das hier kein Wettbewerb um politische Popularität.“

Tschentscher sieht sich in einer einzigartigen Bewährungsprobe: „Ich habe manchmal den Eindruck, meine bisherigen neun Jahre in Regierungsverantwortung waren nur die Vorbereitungszeit für diese Bewährungsprobe“, sagt er in der „Zeit“. Zur Frage, warum es in Hamburg gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Infizierten aller Bundesländer gibt, sagt Tschentscher: „Andere Städte haben zum Teil größere Corona-Fallzahlen pro Einwohner: In Freiburg ist die Inzidenz derzeit höher, in München, sogar in Münster. Was hat Münster verbrochen, dass sie dort so hoch ist? Das ist doch kein Vorwurf! Wir müssen wissen, dass wir jetzt ein gemeinsames Thema in ganz Deutschland haben. Keiner soll glauben, dass er sich abkoppeln kann, sondern alle müssen jetzt gemeinsam das Richtige tun.“

Corona-Krise: Spahn will bis Ostern einen Plan für öffentliches Leben haben

14.12 Uhr: Nicht nur die Bürger sehnen sich nach Rückkehr zur Normalität. Auch in der Bundesregierung werden Überlegungen angestellt, wie lange eine Kontaktsperre, wie sie derzeit wegen der Corona-Epidemie gilt, in einer freiheitlichen Gesellschaft durchhaltbar ist. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich im Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ überzeugt, man werde dabei nicht „um die digitale Nachverfolgung von Kontakten, also um das Handy-Tracking“ herumkommen. „Wir sehen,“ so Spahn, „dass es einem demokratischen Staat wie Südkorea gelungen ist, mit diesem Verfahren das Virus zu bekämpfen und trotzdem das öffentliche Leben weitgehend aufrechtzuerhalten.“

Bis Ostern will Spahn ein entsprechendes Gesamtkonzept erarbeiten. Dazu werde auch gehören, die Älteren „möglicherweise über mehrere Monate zu bitten, ihre Kontakte stark einzuschränken und im Zweifel zuhause zu bleiben.“

Nach erneutem Anstieg der Infizierten-Zahlen schaltet Putin das Militär ein

13.41 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin will sich am Mittwoch in einer Fernsehansprache zur Coronavirus-Pandemie äußern. Diese “Notwendigkeit” habe sich nach einem mehrstündigen Treffen zur Coronavirus-Krise am Dienstag ergeben, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Putin werde die Arbeit an seinem Redemanuskript “bald” beenden und dann seine Ansprache halten.

Russland mobilisiert nach einem Bericht der “BBC” im Kampf gegen das Virus sein Militär. Präsident Wladimir Putin habe für die kommenden Tage Übungen angeordnet, damit man bereit sei, gegen das Virus zu kämpfen.

Putin hält außer seinen Neujahrsansprachen nur selten Fernsehansprachen. In seiner letzten Fernsehansprache im August 2018 ging es um die unbeliebte Rentenreform.

Russland, das 144 Millionen Einwohner hat, hat bislang 658 Coronavirus-Fälle gemeldet. Am Dienstag hatte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin aber eingeräumt, dass in Russland wohl deutlich mehr Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert seien. Seinen Angaben zufolge haben die Behörden kein “klares Bild” vom Ausmaß der Krise, weil nur wenig getestet wird.

Sobjanin, ein enger Vertrauter Putins, leitet Russlands Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Pandemie. Für die Hauptstadt Moskau hatte er zuletzt strenge Maßnahmen verordnet: Er schloss Schulen und Freizeitstätten und verbot Versammlungen. Ab Donnerstag müssen alle Menschen über 65 Jahren in ihren Wohnungen bleiben.

Von Putin forderte Sobjanin ähnliche Maßnahmen für ganz Russland. Zuletzt hatte der russische Präsident mehrfach betont, die Lage im Land sei unter Kontrolle.

Hamburg startet neuen Test im Kampf gegen Corona am Freitag

13.11 Uhr: In Hamburg soll von Freitag an ein neuer Antikörper-Test gegen das Coronavirus zum Einsatz kommen. „Damit kann man überstandene Infektionen nachweisen“, sagt Marylyn Addo, Leiterin der Infektiologie am Universitätsklinikum Eppendorf, der „Zeit“. „So wird unterscheidbar, wer durch die kursierenden Erreger noch in Gefahr und wer schon immun ist.“ Der Test wurde vom UKE zusammen mit einer Pharmafirma entwickelt. Der Vorteil: Wer nachweisbar Antikörper gegen das Coronavirus gebildet hat und somit immun ist, kann nach derzeitigem Wissensstand sorglos anderen Menschen helfen. „Wir machen den Antikörper-Nachweis hier auch, wahrscheinlich ab Freitag“, sagt Thomas Fenner, Chef des Labors „Dr. Fenner und Kollegen“. Es ist das älteste Medizinlabor Hamburgs.

Unterdessen arbeiten die Wissenschaftler – auch am Hamburger UKE – mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Wann es einen Impfstoff geben wird, ist bislang unklar. Im Juni könnte es in Deutschland aber offenbar zumindest erste Tests an Menschen geben, wie Infektologin Addo vom Hamburger UKE der „Bild“-Zeitung sagte. Auch Experten wie Klaus Cichutek vom Paul-Ehrlich-Institut, der deutschen Zulassungsbehörde für Impfstoffe, rechnen mit ersten klinischen Prüfungen noch 2020.

Am UKE werden derzeit Impfstoffstudien vorbereitet, so Infektologin Addo. „Diese werden wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte starten“, sage sie dem Blatt. „Wenn alles sehr gut verläuft, könnte ein Impfstoff im nächsten Jahr auf den Markt kommen.“ Das US-Unternehmen Moderna testet bereits seit letzter Woche einen Impfstoff an Freiwilligen.

Prinz Charles positiv auf Coronavirus getestet

11.52 Uhr: Der britische Thronfolger Prinz Charles ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte der Palast am Mittwoch in London mit. Er habe nur milde Symptome und sei ansonsten bei guter Gesundheit, hieß es weiter. Mit seinen 71 Jahren gehört Prinz Charles jedoch bereits zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko durch die Lungenkrankheit Covid-19.

Prinz Charles (71) positiv auf Coronavirus getestet

 

Seine Frau, Herzogin Camilla (72), sei ebenfalls getestet worden, bei ihr wurde aber den Angaben zufolge keine Infektion festgestellt. Das Paar sei nun in häuslicher Isolation auf Schloss Balmoral in Schottland. Wo sich der Prince of Wales das Virus eingefangen haben könnte, war zunächst unklar. Charles habe in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Terminen wahrgenommen. Er arbeite nun von zuhause aus, hieß es in der Mitteilung.

Ob auch Königin Elizabeth II. (93) und ihr Mann, Prinz Philip (98), getestet wurden, war zunächst unklar. Die beiden hatten sich bereits in der vergangenen Woche nach Schloss Windsor, westlich von London, zurückgezogen. Sie gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet.

Charles und Camilla hatten noch vor wenigen Wochen über das Coronavirus gescherzt. “Ich bin in Selbstisolation”, sagte Herzogin Camilla, als sie bei einem Besuch des Londoner Verkehrsmuseums (London Transport Museum) Anfang März einen Ein-Personen-Bunker betrat.

Spanien verzeichnet mehr Todesopfer als China

11.51 Uhr: Spanien verzeichnet nun mehr Corona-Todesopfer als China. Das teilte die Regierung mit. Die Lage in dem Land ist angespannt. Mehrere Hotels werden bereits seit Tagen genutzt, um Hunderte Covid-19-Patienten aufzunehmen und Krankenhäuser der Millionenstadt zu entlasten. Die Region Madrid ist das Epizentrum der Krise in Spanien. Nach Angaben der Johns Hopkins University sind in Spanien mehr als 3400 Menschen am Coronavirus gestorben.

„Wird unser Land nicht lange überstehen“: Oberbürgermeister warnt vor Folgen des Shutdowns

11.45 Uhr: Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Einschränkungen gewarnt. „Ich befürchte, lange wird unser Land einen nahezu vollständigen Shutdown nicht überstehen“, schrieb er in einem Gastbeitrag der „Rheinischen Post“.

Schon jetzt gebe es erste Insolvenzen, die „vollmundig angekündigten großzügigen staatlichen Rettungsschirme“ würden mangels staatlicher Einnahmen auf Dauer wohl nicht durchzuhalten sein, sagte Geisel. Hinzu komme wegen der Kontaktverbote bereits eine „signifikante Zunahme“ von Inobhutnahmen und Betretungsverboten wegen häuslicher Gewalt. Die Schließungen von Schulen und Universitäten brächten das solidarische Miteinander der Generationen in Gefahr. Es sei zu befürchten, dass junge Menschen zunehmend gegen die Maßnahme rebellierten, weil sie sich von den Gefahren der Infektion nicht selbst betroffen fühlten.

Nach Kritik an Anne Will: Moderatorin rechtfertigt sich für bohrende Fragen an Söder

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