Coronavirus-Ausbruch im News-Ticker – Ärztepräsident appelliert an deutsche Bevölkerung: „Tragen Sie Schutzmasken im öffentlichen Raum“

Corona-Krise in Deutschland: 207 Menschen sind bereits gestorben, 37.179 sind mit dem Coronavirus infiziert. Weltweit wurden bereits mehr als 300.000 Fälle registriert. Das öffentliche Leben in Deutschland kommt zunehmend zum Erliegen. Alle Informationen zur Corona-Krise finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

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Ärztepräsident appelliert an deutsche Bevölkerung: „Tragen Sie Schutzmasken im öffentlichen Raum“

Topmeldung (16.37 Uhr): Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat an die Bevölkerung appelliert, Schutzmasken zu tragen: „Mein Rat: Besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BAEK) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Diese Masken garantieren keinen Schutz vor Ansteckung. Aber sie können ein wenig helfen, das Risiko zu verringern, andere anzustecken oder selbst angesteckt zu werden.“

Mit diesen Kriterien sollen Ärzte über Leben und Tod entscheiden

Reinhardt betonte: „Das Tragen auch von einfachen Masken kann bei der Eindämmung des Virus sinnvoll sein.“ Die einfachen Masken aus Stoff oder anderen Materialien seien zwar nur ein Hilfskonstrukt. „Aber sie sind besser als nichts, weil sie die Atemluft filtern“, begründete er seinen Appell.

Zugleich mahnte der Ärztepräsident die Bevölkerung dringend, nur einfache Masken zu nutzen. „Wichtig: Bestellen Sie sich keine professionellen Schutzmasken im Internet oder kaufen solche“, sagte Reinhardt. „Wenn Sie nicht im Gesundheitswesen tätig sind oder entsprechende Vorerkrankungen haben, dann brauchen Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken.“

Die professionellen Schutzmasken würden von anderen dringender benötigt, erklärte Reinhardt in der NOZ: „Erkrankte sollten sie tragen, wenn sie Umgang mit anderen Menschen haben. Vor allem aber Ärzte und Pfleger, die sich um Erkrankte kümmern, brauchen diese Masken, um nicht selbst zu erkranken und zu Überträgern zu werden.“ Wenn ein Covid-Erkrankter und sein Pfleger oder Arzt eine FFP2-Maske trage, „ist der Schutz schon sehr hoch. Und das ist derzeit entscheidend.“

Video einer Uni aus den USA zeigt: So zerstört das Coronavirus die Lunge

Heinsberger Patient Null ist nicht mehr auf Intensivstation

Topmeldung (18.17 Uhr): Ein 47-Jähriger aus Gangelt im Kreis Heinsberg war einer der ersten Corona-Patienten in Deutschland, als das Virus Ende Februar endgültig hierzulande ausbrach. Lange musste der Mann mit einer Vorerkrankung auf der Intensivstation der Uniklinik Düsseldorf um sein Leben kämpfen. Doch jetzt ist er nach vier Wochen schweren Krankheitsverlauf auf dem Weg der Besserung. Wie der „Express“ schreibt, wurde er mittlerweile auf die Infektionsstation verlegt. Er muss nicht mehr beatmet werden. Das Blatt zitiert den Ärztlichen Leiter der Intensivstation: „Gerade nach einem derart schweren Verlauf sind wir als Team sehr froh, dass die Behandlung am Ende zu einer stabilen Verbesserung geführt hat.“ Die ebenfalls infizierte Ehefrau des 47-Jährigen konnte bereits vor einigen Tagen nach Hause entlassen werden.

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Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 37.179, 207 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

Baden-Württemberg: 7252 (56 Todesfälle)

Bayern: 7289 (41 Todesfälle)

Berlin: 1645 (4 Todesfälle)

Brandenburg: 505 (1 Todesfall)

Bremen: 202 (1 Todesfall)

Hamburg: 1450 (2 Todesfälle)

Hessen: 1909 (6 Todesfälle)

Mecklenburg-Vorpommern: 245 (kein Todesfall)

Niedersachsen: 2313 (8 Todesfälle)

Nordrhein-Westfalen: 9686 (66 Todesfälle), Landkreis Heinsberg besonders betroffen

Rheinland-Pfalz: 1637 (6 Todesfälle)

Saarland: 466 (3 Todesfälle)

Sachsen: 1128 (6 Todesfälle)

Sachsen-Anhalt: 420 (1 Todesfall)

Schleswig-Holstein: 609 (4 Todesfälle)

Thüringen: 423 (2 Todesfälle)

Gesamt: Stand 25.03., 20.15 Uhr: 37.179 (207 Todesfälle)

Stand vom Vortag: 24.03, 21.03 Uhr: 32.888 (156 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien)

Lesen Sie dazu: Rätsel um die Corona-Toten: Warum in Deutschland weniger Infizierte sterben

Mehr Informationen im News-Ticker:

Berliner Fallzahlen steigen langsamer – mehr als 300 Corona-Infizierte genesen

17.44 Uhr: Von den mehr als 1600 nachgewiesenen Berliner Coronavirus-Infizierten gelten 384 bereits wieder als genesen. Insgesamt sind die Fallzahlen in den vergangenen Tagen prozentual auch deutlich weniger angestiegen. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Mit bisher 4 Toten liegt die Corona-Sterblichkeit in Berlin bisher bei 0,2 Prozent. Die Dynamik kann diese Quote aber verändern. Bisher gilt die Lage immer noch als Anfang der Pandemie.

Zur Entwicklung der erfassten Ansteckungen in der Stadt heißt es aber im Bericht: „Die prozentuale Steigerung der täglichen Fallzahlen ist in dieser Woche bislang geringer als in der Vorwoche.“ Nach Zuwächsen von bis zu 32 Prozent zwischen dem 17. und 19. März lagen die Steigerungen zum Beispiel zwischen dem 22. und 24. März bei maximal 15 Prozent, wie aus dem Bericht hervorgeht. Eine Grafik darin zeigt die kumulativen Fallzahlen nach Meldedatum und den täglichen prozentualen Zuwachs.

Zu den bisher registrierten Infektionen in Berlin schreiben die Experten, die Innenstadt-Bezirke verzeichneten höhere Zahlen als die Bezirke an den Stadtgrenzen. Der Altersdurchschnitt der Infizierten sei in Berlin mit 38 Jahren etwas niedriger als in Deutschland (47 Jahre). Von einem Teil der Infizierten liegen Daten vor, wo sie sich vermutlich angesteckt haben: Bei 740 Menschen war dies in Deutschland, bei 149 in Österreich und bei 63 in Italien.

Die 384 bekannten Genesenen waren alle 14 Tage in häuslicher Quarantäne. Sie dürfen nun ihre Wohnungen wieder verlassen. Wer die Infektion hinter sich hat, gilt als immun gegen das Virus.

Zweifel in Norditalien an den Opferzahlen

17.27 Uhr: In Norditalien wachsen die Zweifel an den offiziellen Zahlen zur Ausbreitung des Coronavirus. Immer mehr lokale Politiker und Behördenvertreter melden sich zu Wort, die die offiziellen Infektions- und Todeszahlen für viel zu niedrig halten. So wurden in Nembro bei Bergamo offiziell bislang nur 31 Todesfälle gemeldet, wie Bürgermeister Claudio Cancelli und der Behördenmitarbeiter Luca Foresti am Donnerstag in der Zeitung „Corriere della Sera“ schrieben.

„Etwas an dieser Zahl hat uns nicht überzeugt und deshalb haben wir uns die Statistiken zu den durchschnittlichen Sterbefällen in der Gemeinde aus den Vorjahren in der Zeit von Januar bis März angeschaut“, schrieben die beiden Männer. „Die Zahl der Sterbefälle müsste unter normalen Umständen bei ungefähr 35 liegen. In diesem Jahr haben wir aber 158 (Sterbefälle) verzeichnet, also 123 mehr als im Durchschnitt.“ Die Zahl 31 könne also nicht stimmen.

Nach Angaben der beiden Männer gibt es ähnliche Auffälligkeiten in anderen Orten der Region, vor allem in Cernusco sul Naviglio. Dort gab es demnach sechs Mal mehr Tote als in der offiziellen Coronavirus-Statistik auftauchen.

Am Mittwoch hatte auch schon der Bürgermeister der stark betroffenen Stadt Brescia Alarm geschlagen, dass die Zahl der Infektions- und Todesfälle viel höher sei als offiziell angegeben. Viele Kranke seien bei sich zu Hause „und wir wissen nicht, wie es ihnen geht“, erklärte Emilio Del Bono.

Italien hat offiziell mehr als 7500 Tote und fast 75.000 nachgewiesene Infektion gemeldet und ist damit das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. In die offiziellen Statistiken fließen aber nur Todesfälle in Krankenhäusern und Altenheimen ein. Der bekannt italienische Virologe Roberto Burioni hält auch die Zahl der Infizierten für falsch, weil Erkrankte ohne Symptome nicht mitgezählt werden.

Aufregung über möglichen Corona-Fall im Umfeld des Papstes

16.54 Uhr: Im Vatikan sorgen Berichte über einen Coronafall im Umfeld des Papstes für Aufregung. Mehrere italienische Medien schrieben am Donnerstag, in der Residenz von Papst Franziskus, der Casa Santa Marta, sei ein Geistlicher positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden. Der Vatikan bestätigte die Berichte auf Anfrage zunächst nicht.

Schon Anfang März hatte es die Pressestelle des Kirchenstaates abgelehnt, Berichte über einen angeblichen Virus-Test des 83-jährigen Kirchenoberhaupts genauer zu kommentieren. Dass sich der Vatikan in der Frage von Corona-Tests bisher restriktiver verhielt als viele Politiker und Königshäuser, sorgte bei Vatikan-Berichterstattern für Unmut.

Wie mehrere Zeitungen schrieben, sei ein Mitarbeiter des Staatssekretariats positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sein Umfeld sei am Mittwoch informiert, Gesundheitsvorkehrungen seien getroffen worden. Dem Prälaten, der seit langem in Santa Marta wohne, gehe es gut. Papst Franziskus selbst hielt am Donnerstag wie derzeit üblich seine Video-Morgenmesse in der Kapelle der Residenz. Er schien bei guter Verfassung.

Anfang März, als der Papst nach eigenen Worten eine Erkältung hatte, war ebenfalls über einen Corona-Test in den Medien spekuliert worden. Vatikansprecher Matteo Bruni hatte der dpa damals vage erläutert, es gebe keinerlei Hinweise, die zu einer anderen Diagnose als zu der Erkältung führten.

Franziskus ist generell bei guter Gesundheit, ihm wurde allerdings als junger Mann ein Teil eines Lungenflügels entfernt. Der Vatikan hat viele Aktivitäten stark reduziert. Der Papst meidet in der Gesundheitskrise öffentliche Auftritte, empfängt aber Besucher. Erst am Dienstagabend hatte Vatikansprecher Bruni mitgeteilt, dass es im Vatikan bisher vier Corona-Fälle geben habe.

Frankreich bittet Bundeswehr um Corona-Hilfe

15.28 Uhr: Die französische Regierung hat wegen der Corona-Krise die deutsche Bundeswehr um Hilfe gebeten. Das berichtet der „Spiegel“. Die Bitte habe es bislang jedoch nur über diplomatische und militärische Kontakte gegeben, ein formales Gesuch an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sei noch nicht erfolgt.

Demnach hätten französische Vertreter um die Bereitstellung von Helikoptern zur Verlegung von Patienten gebeten. Auch der Einsatz der gemeinsamen deutsch-französischen Armeebrigade sei denkbar, berichtet der „Spiegel“ weiter.

In Frankreich ist die Region Grand Est an der deutschen Grenze besonders von der Corona-Krise betroffen. Dazu gehört auch das Elsass. In der Region kamen nach offiziellen Angaben mehr als 500 Menschen durch das Coronavirus ums Leben. Das sind mehr als ein Drittel der insgesamt gut 1300 Todesopfer in dem Land. Zuvor waren bereits mehrere schwer kranke Patienten aus dem Grenzgebiet nach Deutschland und in die Schweiz gebracht worden.

Mann aus Aachen klagt gegen Kontaktverbot

15.04 Uhr: Ein Mann aus Aachen klagt gegen das von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen wegen der Corona-Krise erlassene Kontaktverbot. Der Kläger wolle sich auch weiterhin mit seinen Freunden in der Öffentlichkeit treffen, sagte Gerichtssprecherin Gudrun Dahme am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster müsse jetzt zwei Punkte prüfen, erklärt die Sprecherin gegenüber FOCUS Online. „Zum einen muss geklärt werden, ob es eine Rechtsgrundlage für das Kontaktverbot gibt. Im Moment steht diesbezüglich das Infektionsschutzgesetz im Raum“, führt sie an.

Zum anderen werde geprüft, ob das Kontaktverbot die Freiheitsrechte des Klägers unverhältnismäßig beschränke. „Hier steht die Frage im Raum, ob es vor dem Hintergrund des Lebensschutzes gerechtfertigt ist, dass Freiheitsrechte zurücktreten“, erläutert Dahme. Der Kläger greift die Vorgabe an, dass Menschen sich in Gruppen mit mehr als zwei Personen nicht in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Das OVG will in der nächsten Woche entscheiden, es handelt sich um ein Eilverfahren.

Corona-Krise: Von der Leyen kritisiert Egoismus der EU-Mitgliedsstaaten

14.54 Uhr: Vor dem EU-Gipfel hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Egoismus der Mitgliedstaaten zu Beginn der Corona-Krise angeprangert. „Als Europa wirklich füreinander da sein musste, haben zu viele zunächst nur nach sich selbst geschaut“, sagte sie am Donnerstag im EU-Parlament in Brüssel. Die EU-Mitgliedstaaten stritten unterdessen weiter über die von Deutschland abgelehnten Corona-Bonds zur Stützung finanziell schwächerer Länder.

Von der Leyen kritisierte Ausfuhrbeschränkungen für Atemschutzmasken, die Deutschland und andere Länder zunächst verhängt hatten. Auch Grenzschließungen, die in Teilen der EU den Warenverkehr stark beeinträchtigen, verhinderten eine „erfolgreiche europäische Antwort“ auf die Krise, sagte die CDU-Politikerin. Erst jetzt, da sich etwa bei der Verteilung medizinischer Ausrüstung und der Versorgung von Patienten Solidarität zeige, gehe es wieder aufwärts. 

Von der Leyen sprach im Europaparlament vor nahezu leeren Rängen. Nur wenige Abgeordnete nahmen vor Ort an der außerordentlichen Plenarsitzung in Brüssel teil, um eine Reihe von Notmaßnahmen zu verabschieden, die von der EU-Kommission vorgeschlagen wurden. 

Erstmals konnten die Parlamentarier dabei aus der Ferne per E-Mail abstimmen. An einer ersten Entscheidung über ein Schnellverfahren nahmen 687 der 705 Volksvertreter teil. Die Entscheidungen zu den inhaltlichen Fragen wurden erst am Abend erwartet.

Dabei geht es um die Nutzung des EU-Solidaritätsfonds in der Corona-Krise und eine Investitionsoffensive für Gesundheitssysteme und kleine und mittlere Firmen in Höhe von 37 Milliarden Euro. Zudem sollen Fluggesellschaften von der Pflicht entbunden werden, für den Erhalt ihrer Start- und Landerechte an Flughäfen mindestens 80 Prozent der Flüge auch zu absolvieren.

Die EU-Botschafter der Mitgliedstaaten suchten vor der Video-Konferenz der Staats- und Regierungschefs am Nachmittag weiter eine Einigung zum Vorgehen gegen die massiven wirtschaftlichen Folgen der Krise. Neun Länder um Italien und Frankreich hatten am Mittwoch in einem Brief die Schaffung sogenannter Corona-Bonds gefordert, die von Deutschland und anderen Ländern aber als Vergemeinschaftung von Schulden in Europa abgelehnt werden.

Corona-Bonds seien nicht die Lösung, erklärte der CSU-Europapolitiker Markus Ferber. „Es sind jetzt genau diejenigen Staaten, die über Jahre den haushaltspolitischen Schlendrian walten lassen haben, die nun Corona-Bonds fordern.“

Unterstützung kam jedoch von Grünen-Parteichef Robert Habeck. „Mit sogenannten Corona-Bonds ließen sich Spekulationen gegen die Anleihen einzelner Länder verhindern“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. „Wir müssen verhindern, dass aus der Corona-Krise eine neue Finanz- und Eurokrise entsteht.“

Im Entwurf der Gipfel-Erklärung fand sich vorerst nur ein Verweis auf den Euro-Rettungsfonds ESM. Er könnte ohnehin hoch verschuldeten Ländern wie Italien vorsorgliche Kreditlinien bereitstellen. Allerdings hatten auch hier Länder wie die Niederlande und Finnland Vorbehalte, weil sie die Nutzung des ESM für verfrüht halten. 

Gemäß dem Entwurf der Gipfel-Erklärung wollen die EU-Staats- und Regierungschefs auch auf eine stärkere Krisenreaktionsfähigkeit Europas dringen. Vor dem Hintergrund massiver Kurseinbrüche an den Börsen begrüßen sie demnach auch neue Leitlinien der EU-Kommission, um strategisch wichtige Firmen vor Übernahmen aus dem Ausland zu schützen.

Mit Blick auf den Einreisestopp an den EU-Außengrenzen wollen die EU-Chefs je nach Entwicklung eine Verlängerung über die bisherigen 30 Tage nicht ausschließen. Bei den Grenzkontrollen innerhalb der EU steht die Forderung im Entwurf, auch die Arbeit von Saisonarbeitern nicht zu behindern. Deutschland hatte für Erntehelfer aus dem EU-Ausland erst am Mittwoch ein unbefristetes Einreiseverbot erlassen.

Wunder in Italien: Über Hundertjähriger aus dem Krankenhaus entlassen

14.49 Uhr: In Italien ist ein über Hundertjähriger nach einer Coronavirus-Infektion geheilt aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der 1919 geborene Mann sei am Mittwochabend aus dem Krankenhaus von Rimini entlassen worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin der Stadt, Gloria Lisi, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. „In der jetzigen Zeit ist es immer gut, ein bisschen Hoffnung zu geben“, fügte sie hinzu.

Italien ist mit mehr als 7500 Todesfällen aufgrund der Coronavirus-Pandemie das in Europa am härtesten getroffene Land. Die Sterblichkeitsrate ist unter über 80-Jährigen besonders hoch. Insgesamt gibt es in dem Land fast 75.000 Infektionsfälle.

„Ständiger Tsunami“: Immer mehr Krankenhäuser in London wegen Coronavirus überlastet

12.01 Uhr: Großbritanniens staatlicher Gesundheitsdienst NHS beklagt eine zunehmende Überlastung der Londoner Krankenhäuser wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Kliniken der britischen Hauptstadt seien mit einem „ständigen Tsunami“ schwer erkrankter Corona-Patienten konfrontiert, sagte der hochrangige NHS-Vertreter Chris Hopson am Donnerstag dem Sender BBC Radio 4

Nachdem die Krankenhäuser in den vergangenen Wochen ihre Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung von Patienten „massiv“ ausgebaut hätten, gebe es nun eine „Explosion“ der Zahl schwerkranker Patienten. Die Lage werde zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Krankenhausmitarbeiter derzeit selbst krank seien und deshalb fehlten. Der Krankenstand beim Klinikpersonal liege bei „30 Prozent, 40 Prozent und an manchen Orten sogar 50 Prozent“, sagte Hopson. Dieses Ausmaß sei „beispiellos“.

Nach Angaben vom Mittwoch wurden im Vereinigten Königreich bislang 9529 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, 463 Infizierte starben. Vorige Woche kündigte die Regierung die Einrichtung eines provisorischen Krankenhauses mit 4000 Betten in einem Londoner Konferenzzentrum an.

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Corona-Krise: Mehr als 1000 Tote in USA, New York baut Zelte für Leichen auf

11.01 Uhr: Angesichts ansteigender Totenzahlen in der Corona-Krise hat die Millionenmetropole New York eine provisorische Leichenhalle errichtet. Die weißen Zelte wurden außerhalb des Bellevue Krankenhauses in Manhattan aufgebaut, wie Fotos zeigten und lokale Medien übereinstimmend am Mittwoch berichteten. Die Internetseite „Politico“ berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Heimatschutzministerium, dass erwartet würde, dass die Leichenschauhäuser in der Ostküstenstadt nächste Woche an ihre Kapazitätsgrenze stoßen.

In den USA hat die Zahl der durch das Coronavirus ums Leben gekommenen Menschen am Mittwoch die Marke von 1000 überschritten. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Demnach starben mittlerweile sogar mehr als 1030 Menschen an Covid-19. Mehr als 68.500 Infizierte wurden bestätigt. Nur China und Italien haben bislang mehr Infizierte registriert. New York ist die US-Stadt mit den meisten Opfern – hier wurden allein 280 Tote gezählt. Für das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum gelten weitreichende Ausgangssperren. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen.

In Südkorea steigen die Corona-Zahlen doch wieder

10.54 Uhr: Die Zahl der erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder gestiegen. Am Mittwoch sei bei 104 Menschen der Sars-CoV-2-Erreger nachgewiesen worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Erneut wurden zahlreiche Fälle bei ankommenden Personen aus dem Ausland festgestellt. Die Gesamtzahl der gemeldeten Ansteckungsfälle stieg auf 9241. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, kletterte um fünf auf 131.

Die Behörden warnten zuletzt vor einem wachsenden Risiko durch „importierte“ Infektionen. Nach 34 Fällen am Vortag wurden den Angaben zufolge am Mittwoch 30 Infektionen unter ankommenden Passagieren am Flughafen erfasst.

Am Internationalen Flughafen Incheon würden 16 sogenannte Walk-thru-Teststationen eingerichtet, sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management. An diesen Einrichtungen, die Telefonzellen gleichen, können sich die Menschen ähnlich wie an den im Land verbreiteten Drive-thru-Zentralen im Schnellverfahren auf das Virus testen lassen.

Zahlreiche Südkoreaner kehren aus Angst vor einer Ansteckung in Ländern, die eine rasche Ausbreitung des Virus verzeichnen, zurück. Von Freitag an sollen die verstärkten Einreisekontrollen für Ankommende aus Europa auch für Reisende aus den USA gelten. Wer sich länger aufhalten will, muss sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben.

Von den neuen Infektionsfällen stammen die meisten wieder aus dem Südosten des Landes, der am stärksten von dem Covid-19-Ausbruch betroffen ist. Im März hatte sich nach dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ein deutlicher Abwärtstrend eingestellt.

Ortschaften in Sachsen-Anhalt wegen Coronavirus abgeriegelt

10.24 Uhr: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sind in Sachsen-Anhalt zwei Ortschaften abgeriegelt worden. Die Ortsteile Jessen und Schweinitz der Stadt Jessen (Elster) können seit Donnerstagmorgen bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr betreten oder verlassen werden, wie aus einer Anordnung des Landrats des Landkreises Wittenberg hervorgeht. Die Bewohner müssen demnach in ihren Wohnungen oder Häusern bleiben und dürfen draußen nur von ihnen allein genutzte Grundstücksflächen betreten.

Die „Selbstversorgung mit lebensnotwendigen Gütern“ ist erlaubt, sofern die Bewohner keine Erkältungssymptome haben. In Jessen und Schweinitz leben laut der Internetseite der Stadt Jessen mehr als 7000 Menschen. Die neuen Vorschriften gelten bis zum 10. April.

Nach Angaben des Landkreises gibt es in einem Pflegeheim in der Stadt einen Coronavirus-Ausbruch. Elf Bewohner seien erkrankt, drei befänden sich im Krankenhaus. Auch fünf Mitarbeiter seien erkrankt. „Eine Ausbreitung des Erkrankungsgeschehens war mit den bisherigen Maßnahmen nicht zu unterbinden“, hieß es weiter.

Ausnahmen für die neuen Auflagen gelten laut Landkreis unter anderem für Rettungsdienste und ärztliche Hausbesuche. Auch mehreren vor Ort ansässigen Firmen sind Zu- und Abfahrt weiter möglich.

Seehofer fordert „große Disziplin bis Ostern“

09.43 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat in in der „Süddeutschen Zeitung“ für „die strengsten Maßstäbe, wenn es um die Unterbrechung der Infektionsketten geht“, plädiert. Nötig sei nun „große Disziplin etwa bis zur Osterzeit“, so Seehofer. Dann müsse die Lage neu bewertet werden.

Einer vorzeitigen Lockerung der strengen Ausgehbeschränkungen aus ökonomischen Gründen erteilte der Minister eine Absage. Wirtschaftliche Interessen dürften laut Seehofer den Schutz von Menschenleben nicht überlagern. „So lange der Virus so wütet, ist der Schutz der Menschen alternativlos“, sagte er der „SZ“. Eine Exit-Strategie könne aus seiner Sicht erst dann angegangen werden, „wenn man dieses schnelle und aggressive Verbreiten des Virus im Griff hat.

Neuer Corona-Schnelltest von Bosch soll bereits nach 2,5 Stunden Ergebnis liefern

09.10 Uhr: Der Technologiekonzern Bosch hat einen Corona-Schnelltest entwickelt, der bereits nach zweieinhalb Stunden ein Ergebnis liefern soll. Das sagte Bosch-Chef Volkmar Denner im Gespräch mit der „NZZ„. Bislang dauert ein Test auf das neuartige Coronavirus zwischen 24 und 48 Stunden.

Mit dem neuen Test ließe sich „eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in unter zweieinhalb Stunden verlässlich feststellen“, so Denner. So könnten infizierte Patienten schneller identifiziert und isoliert werden. Der Schnelltest werde ab April in Deutschland erhältlich sein, heißt es in dem Bericht weiter.

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